Die Sonnen-Insel Usedom
Die Insel Usedom ist mit 1.906 Sonnenstunden die sonnenreichste Region Deutschlands und mit rund 445 Quadratkilometern - nach Rügen - die zweitgrößte deutsche Insel. Die östliche Inselspitze gehört mit rund 90,8 Quadratkilometern zu Polen. Der deutsche Teil der Insel zählt 30.000 Einwohner.
Usedom zeichnet sich durch eine der schönsten Küstenlandschaften in Deutschland aus. Die Insel ist unterbrochen von zehn Binnenseen und geformt durch tiefgreifende Einbuchtungen des Achterwassers, des kleinen Haffs und durch den Strom der Peene. Die Außenküste zeigt sich mit ca. 40 km weißem, breitem Sandstrand. Dieser taucht allmählich ins Meer, dass besonders Kinder einen gefahrlosen Tummelplatz am Strand und im Meer vorfinden. Landseits wird der Strand von einem Küstenwald begrenzt.
Auf mehr als 100 km Radwanderwegen und mehr als 400 km ausgeschilderten Wanderwegen kann man die schöne Insellandschaft zu Lande erkunden: Buchen-, Nadel- und Mischwälder, in denen man auch Pilze sammeln und Wildtiere beobachten kann; verträumte Waldseen, Naturschutzgebiete, mittelalterliche Kirchen und Schlösser sowie malerische Fischerdörfer mit reetgedeckten Häusern laden zum Entdecken ein.
Neben einem wechselnden Kulturangebot gehören Wochen- und Trödelmärkte, Sommerfesttage, Hafenfeste sowie sportliche Wettkämpfe zum ständigen Angebot der Insel. Im September bringt das Usedomer Musikfestival Klassikfreunde aus ganz Europa auf die Insel.
Die Geschichte Usedoms reicht weit zurück: Schon den alten Römern war die Insel, jedenfalls aber das Gebiet der Odermündung, bekannt. Aufgrund reichhaltiger Bernsteinvorkommen an der Ostsee haben nachweislich Handelsbeziehungen der Oderhaffregion mit dem Imperium Romanum bestanden. Detailliert fassbar wird die Geschichte Usedoms aber erst im 12. Jahrhundert: 1128 trat die slawische Urbevölkerung der Insel nach einer Missionsreise des Bischofs Otto von Bamberg zum Christentum über. Bis zum 30-Jährigen-Krieg (1618-1648) unterstand Usedom den pommerschen Herzögen. Mit der Landung des Schwedenkönigs Gustav II Adolfs 1630 bei Peenemünde, der auf Seiten der Protestantischen Union in den 30-Jährigen-Krieg eintrat, begann die Schwedenzeit. Lange jedoch blieben die Skandinavier nicht auf der Insel, denn schon 1720 mussten sie als Konsequenz des verlorenen Nordischen Krieges Usedom an Brandenburg-Preußen abtreten.
Im 19. Jahrhundert traten Ahlbeck, Heringsdorf und Bansin als Seebäder ins Rampenlicht der Geschichte. Der Adel und das wohlhabende Bürgertum promenierten hier und genossen das Leben. Vor allem Heringsdorf war häufiger Aufenthaltsort Kaiser Wilhelms II. Die mondäne Atmosphäre vergangener Tage kann man heute noch spüren und erleben. Seit jeher übten die drei Seebäder eine magische Anziehungskraft auf berühmte Künstler, wie z.B. die Brüder Mann, Gorki, Tolstoi oder Johann Strauß, aus.
So schrieb etwa Theodor Fontane in einem Brief an seine Frau Emilie, 1863:
»... man hat Ruhe und frische Luft und diese beiden Dinge wirken wie
Wunder und erfüllen Nerven, Blut, Lungen mit einer stillen Wonne.«



