Heringsdorf

Heringsdorf - ein Seebad mit Tradition

Einst eine kleine Fischerkolonie wurde Heringsdorf 1879 zum Seebad ernannt. Heringsdorf ist nach Swinemünde das älteste und zugleich vornehmste Seebad auf der Insel Usedom. Der Name des Bades leitet sich ab von der ehemaligen Einkommensquelle des Ortes, dem Heringsfang. Heringsdorf zählt heute rd. 3.500 Einwohner und ist damit einer der größten Orte auf der Insel Usedom.

Eine rd. 10 km lange, ununterbrochene Strandpromenade verbindet Heringsdorf mit seinen Nachbarorten Ahlbeck und Bansin. Diese Seebäder werden auch zusammen "Die Kaiserlichen 3" oder "Die Dreikaiserbäder" genannt, da hier in früheren Zeiten der deutsche Hochadel gerne verweilte.

Heute wie damals prägen viele luxuriöse und elegante Bauten, die im Stile der aristokratischen Bäderarchitektur am Ende des 19. und Anfang des 20. Jahrhunderts errichtet wurden, maßgeblich das Erscheinungsbild dieses weithin bekannten Seebads und vermitteln einen besonderen, individuellen Charme. Eine beliebte Sehenswürdigkeit ist die Seebrücke in Heringsdorf.

Die Reinheit der Luft und das Zusammenspiel von Meer und Wald bieten zudem ideale Voraussetzungen für Kuren. Heringsdorf ist daher, insbesondere außerhalb der Sommermonate, ein viel besuchtes Kurheilbad, das vor allem Herz-/ Kreislauf-, Bronchien- und Asthmakranken Genesung bietet.


Zitate zum Seebad Heringsdorf

»Nachdem all dieses endlich einmal herausgesagt ist, sei das Kompliment gesprochen, daß Heringsdorf keine Ortschaft ist, sondern ein Stück Buchenwald. Es ist der lieblichste und im Sommer kühlste menschliche Siedelungsort, den ich gesehen habe; für alle Städteerbauer ein Muster, wie es gemacht werden soll. Die Aufgabe, die hier gelöst werden mußte, war die: auf den Hügeln, die ein alter Wald bedeckt, ist ein Weltbadeort zu errichten. Man hätte nun frisch und froh den Wald absäbeln und die Hügel abtragen können, etwa so wie die genialen Baumeister der guten Stadt Wilmersdorf jede leise Bodenerhebung glattkratzen, auf daß ja die Straßen immer hübsch gerade und gleichmäßig werden und ein sezessionistischer Mietskasten aussehe wie der andere. Anstatt dessen baute man hier in Heringsdorf in den Wald hinein und den Hügel hinauf und hinunter. So blieb dieser mondänste aller Vergnügungsorte eine holde Wildnis, und jede seiner Straßen ist wie ein dunkler Waldweg unter dem Laubdach, der in die Einsamkeit führt. Und überall streben die Buchen zwischen den Häusern auf und ertragen den Betrieb mit Geduld.«

Viktor Aubertin, 1911

»Heringsdorf! Ein weltbekannter Name. Es ist das älteste der Pommerschen Ostseebäder, eines der besuchtesten und landschaftlich das schönste, in Wahrheit ein Gedicht, ein Lied der Natur, in welchem die Seele der pommerschen Landschaft erklingt - und die Seele des Beschauers klingt mit. Welch ein Zusammenklang! Hier das Meer, das bald wie ein grünblauer Türkis sich zeigt, bald wie ein silberweißer Spiegel daliegt, bald mit violettem Schimmer aufleuchtet; da der weiße Strand, der in fein geschwungenen Linien sich dahinzieht; dort die Strandpromenade, von dichten Gebüsch- und Baumgruppen umsäumt, pinienartigen Kiefern durchsetzt, mit sammetgleich geschorenen Rasen bedeckt und köstlichen Blumen- und Rosenbeeten geschmückt! Dahinter die weißen Villen, wie Märchenschlösser aus dunklem Buchengrün hervorlugend ... «

Dr. phil. Erich Hartwig, 1927


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