Historie der Seebrücke Heringsdorf
Was wäre die Insel Usedom ohne ihre einzigartigen Seebrücken. Die mit 508 Metern längste Seebrücke Deutschlands befindet sich im Ostseebad Heringsdorf auf der Insel Usedom. Die heutige, 1995 fertig gestellte Seebrücke hat jedoch nichts mehr gemein mit der „Kaiser-Wilhelm-Brücke, die 1893 im Auftrag von Dr. Hugo Delbrück fertiggestellt wurde.
Bei einem seiner Aufenthalte in Heringsdorf auf Usedom gestattete Kaiser Wilhelm II. der Aktiengesellschaft „Seebad Heringsdorf“, in deren Auftrag der Brückenbau 1891 begonnen wurde, die Seebrücke "Kaiser-Wilhelm-Brücke" zu nennen. 1942 wurde die Brücke durch Eisgang schwer beschädigt, im Winter 1946 brannte durch die Unvorsichtigkeit einer russischen Brückenwache der Brückenkopf ab. Der imposante Landteil mit seinen hölzernen Verzierungen fiel 1957 einer Brandstiftung zum Opfer. Zu DDR-Zeiten gab es bereits Überlegungen zum Wiederaufbau der Brücke, das Vorhaben konnte wegen der Knappheit an Baumaterialien jedoch nicht umgesetzt werden.
Nach der Wende gelang es der Gemeinde Heringsdorf in Zusammenarbeit mit dem Bankhaus Delbrück private Geldgeber zu gewinnen, die rund 30 Millionen DM in den Bau der neuen Seebrücke Heringsdorf investierten. Die Seebrücke Heringsdorf liegt 6,30 Meter über dem Meeresspiegel und ist eines der wenigen Stahlbauwerke dieser Art an der Ostsee.
